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Erschöpfung Teil 2

Aktualisiert: 26. März 2020


Die Nebenniere ist ein kleines Organ, das beidseits jeweils oberhalb der Nieren liegt. Es ist eine der Haupthormondrüsen in unserem Körper und produziert unter anderem das lebenswichtige Hormon "Cortisol". Jede Nebenniere besteht aus zwei Anteilen: Im Inneren das Nebennierenmark, und aussen die Nebennierenrinde. Im Nebennierenmark werden vor allem die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin gebildet und in der Nebennierenrinde vor allem die Hormone Aldosteron, Cortisol und DHEA. Sowohl der Ausfall der Nebennierenhormone als auch eine Überproduktion der verschiedenen Nebennierenhormone führt zu Krankheitsbildern.


Für das Thema dieser Inforeihe ist vor allem das Cortisol wichtig.

Das wichtigste Hormon, das die Nebennieren bei Dauerstress in grossen Mengen herstellen kann…

Aufgaben des Cortisols in unserem Körper:


- es normalisiert den Blutzuckerspiegel.

- es reguliert den Wasserhaushalt und Elektrolythaushalt des Körpers.

- es reguliert die weissen Blutkörperchen (Immunsystem).

- es reguliert den Blutdruck.

- es wirkt schmerzhemmend und entzündungshemmend.


Gerade der Faktor Blutdruckregulation ist sicher im Hinblick auf die vielen Patienten, die an Bluthochdruck leiden, sehr interessant, können sie doch in der Regel auf eine langjährige Phase von Dauerstress zurück blicken, also auf eine chronische Überbeanspruchung der Nebennieren.


Im letzten Abschnitt habe ich euch aufgezeigt, was alles in unserem Körper Stress auslösen kann und damit die Cortisol Produktion anregt. Wenn es zu chronischen Stress kommt, wird also ständig Cortisol ausgeschüttet und die Nebenniere wird sozusagen „Überstimuliert“, bis sie schliesslich erschöpft ist. Die Nebennierenschwäche kann man in vier Stadien einteilen.


1. Kompensationsphase

2. Schwächephase

3. Erschöpfungsphase

4. Insuffizienz


In der ersten Phase die Kompensationsphase, ist die Nebenniere zwar schon geschwächt, überkompensiert allerdings den anhaltenden Stress meist mit einer vermehrten Cortisol Ausschüttung. Das heisst, dass der Cortisol-Wert im Labortest auch oft erhöht ist. Zu viel Cortisol bedeutet aber keineswegs das man sich fit fühlt und nervlich gut belastbar ist, sondern das Gegenteil. Erhöhtes Cortisol kann genauso Probleme machen wie zu wenig. Und so kommt es oft auch schon in diesem Stadium zu Erschöpfungssymptomen, Müdigkeit, depressiven Verstimmungen, Schlafstörungen, schlechter nervlicher Belastbarkeit und typisch ist auch völlige Erschöpfung während oder nach dem Sport, sowie innere Unruhe.

Da unsere Hormone alle eng miteinander verknüpft arbeiten, können jetzt auch schon andere Organe bzw. Hormonsysteme in Mitleidenschaft gezogen werden.

Besonders betroffen sind die Sexualhormone, denn diese teilen sich mit dem Cortisol ein Vorläuferhormon. Um den hohen Stresslevel gerecht zu werden, „will“ die Nebenniere möglichst viel Cortisol produzieren und baut die ganzen Vorläuferhormone ins Cortisol um. Nur leider bleibt dann nichts mehr übrig für die Sexualhormone. So sind Libidoverlust, Zyklusstörungen, ausbleibender Eisprung und unerfüllter Kinderwunsch mögliche Folgen.


In der zweiten Phase, die Schwächephase, ist das Cortisol meist zu niedrig, kann aber auch im Tagesverlauf noch manchmal im Normbereich sein. Die Symptome können so ähnlich aussehen wie in der ersten Phase, hinzu kommen können noch: Konzentrationsschwierigkeiten, Haarausfall, Gewichtsprobleme, Infektanfälligkeit, und Unterzuckerungssymptome.


Die dritte Phase ist die Erschöpfungsphase… das Cortisol ist dauerhaft zu niedrig. Die Symptome aus Phase 1 und 2 sind jetzt deutlich stärker. Der Patient kommt kaum mehr aus dem Bett und schafft es meist weder zu arbeiten noch den Alltag irgendwie zu meistern. Oft fallen hier die Diagnosen Depression oder Burn Out, da die Nebennierenschwäche diesen sehr ähnelt bzw. auch mit ihnen Hand in Hand gehen kann.


Die vierte Phase ist äusserst selten, da spricht man von einer Nebenniereninsuffizienz bzw. einem kompletten Funktionsverlust. Diese Phase kann man allerdings nicht wirklich als Folge von den anderen drei Phasen sehen, denn sie entsteht entweder als primäre NNI (Morbus Addison, Krankheit mit verschieden Ursachen wie z.B. Autoimmunprozesse) oder sekundär als Nebenwirkung von einer Therapie mit hochdosiertem Cortison. Die Nebenniereninsuffizienz ist potentiell lebensgefährlich!


In meiner Praxis ist die Behandlung von Erschöpfung, Nebennierenschwäche, Hormonberatung, Ernährungsberatung und Pflanzenheilkunde ein Schwerpunkt. Mit Hilfe einer ausführlichen und ganzheitlichen Anamnese erstelle ich einen auf dich zugeschnittenen Therapieplan, mit dem Ziel aus der Erschöpfung wieder in Deine Kraft finden.




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